Omas Putztipps haben oft einen besonderen Charme – sie sind erprobt, bodenständig und manchmal überraschend effektiv. Doch nicht jeder Tipp hält, was er verspricht. Wir nehmen einige der bekanntesten Hausmittel unter die Lupe und klären, was wirklich stimmt – und was besser mit Vorsicht zu genießen ist.
Babyöl und Babyfeuchttücher schützen die Badewanne vor Wasserflecken: Stimmt!
Viele schwören darauf, die Badewanne mit Babyöl oder Babyfeuchttüchern zu behandeln, um Wasserflecken zu vermeiden. Der Grund: Babyöl und Feuchttücher enthalten Glycerin, einen Fettbestandteil, der eine wasserabweisende Schicht bildet. Das klingt praktisch, doch Vorsicht ist geboten! Durch das Öl kann die Oberfläche der Badewanne sehr rutschig werden, was ein Sicherheitsrisiko darstellt. Außerdem zieht die dünne Fettschicht Staub magisch an, was die Reinigung erschwert. Deshalb ist es meist besser, bei bewährten Badreinigern zu bleiben, die speziell für diesen Zweck entwickelt wurden.
Essig als Allzweckreiniger: Stimmt nur bedingt
Essig gilt als natürliches Wundermittel im Haushalt und wird oft als Ersatz für chemische Reiniger empfohlen. Tatsächlich hat Essig eine desinfizierende und kalklösende Wirkung. Allerdings ist er nicht für alle Oberflächen geeignet: Natursteine wie Granit und Marmor reagieren empfindlich auf die Säure und können beschädigt werden. Auch Armaturen und Gummidichtungen sollten nicht mit Essig behandelt werden, da die Säure sie angreifen kann. Ebenso sind Fliesenfugen gefährdet, da die Säure diese mit der Zeit bröckeln lässt. Essig ist also ein guter Reiniger – aber mit Bedacht und nicht universell einsetzbar.
Fenster putzt man am besten bei Sonnenschein: Stimmt nicht!
Ein weit verbreiteter Tipp ist, Fenster bei sonnigem Wetter zu reinigen. Das führt aber oft zu unschönen Schlieren, weil Wasser und Reinigungsmittel auf der aufgeheizten Glasoberfläche zu schnell verdunsten. Die Folge sind Streifen und Flecken, die das Putzergebnis ruinieren. Besser ist es, Fenster an bewölkten oder schattigen Tagen zu putzen, wenn die Flüssigkeiten langsamer trocknen und sich besser abziehen lassen.
Hier ist eine Liste weiterer klassischer Omas Putztipps mit Erklärung, wie sie wirken und worauf man achten sollte:
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Zitronensaft gegen Kalkflecken
Zitronensäure löst Kalkablagerungen effektiv auf. Einfach Zitronensaft auf die betroffenen Stellen geben, kurz einwirken lassen und abwischen. Vorsicht bei Naturstein und empfindlichen Oberflächen, da die Säure diese angreifen kann. -
Backpulver als sanftes Scheuermittel
Backpulver eignet sich gut zum Reinigen von verschmutzten Oberflächen, ohne sie zu zerkratzen. Es neutralisiert Gerüche und entfernt leichte Verschmutzungen. Einfach mit Wasser zu einer Paste mischen und auftragen. -
Kaffeesatz gegen Gerüche
Getrockneter Kaffeesatz nimmt unangenehme Gerüche auf, zum Beispiel im Kühlschrank oder in Schuhen. Einfach in eine offene Schale legen oder in ein Säckchen füllen und platzieren. -
Essigessenz gegen verstopfte Abflüsse
Eine Mischung aus Essigessenz und Natron kann helfen, Abflüsse zu reinigen und Gerüche zu neutralisieren. Natron in den Abfluss streuen, dann Essigessenz dazugeben – es schäumt und löst Ablagerungen. -
Kartoffelschalen gegen angelaufene Silbergegenstände
In heißem Wasser mit Kartoffelschalen eingelegte Silbergegenstände werden wieder glänzend. Die Schalen enthalten Stärke, die hilft, Oxidation zu lösen. -
Alufolie gegen Rostflecken
Ein Stück zerknüllte Alufolie kann Rostflecken auf Metalloberflächen entfernen, indem man die Fläche damit sanft abreibt. Vorsicht bei empfindlichen Oberflächen, um Kratzer zu vermeiden. -
Olivenöl als Möbelpolitur
Ein paar Tropfen Olivenöl auf ein weiches Tuch geben und Holzmöbel damit abreiben. Das Öl pflegt das Holz, bringt den Glanz hervor und schützt vor Austrocknung. -
Zeitungspapier zum Fensterputzen
Statt Papiertüchern oder Lappen kann man zerknülltes Zeitungspapier verwenden, um Fenster streifenfrei zu reinigen. Die Druckerschwärze hilft, das Glas zum Glänzen zu bringen. -
Salz gegen Fettflecken
Frische Fettflecken auf Textilien lassen sich mit Salz bestreuen, das das Fett aufsaugt. Nach kurzer Einwirkzeit kann das Salz abgeklopft und das Kleidungsstück normal gewaschen werden. -
Teebeutel gegen Gerüche im Kühlschrank
Getrocknete, gebrauchte Teebeutel können unangenehme Gerüche im Kühlschrank neutralisieren. Einfach einen oder mehrere Beutel offen hineingeben.
Diese Tipps sind oft einfach, günstig und umweltfreundlich. Dennoch sollte man immer prüfen, ob sie für die jeweilige Oberfläche oder den jeweiligen Zweck geeignet sind, um Schäden zu vermeiden. Möchtest du zu einem bestimmten Tipp mehr Details oder weitere Tipps?
Wussten Sie schon…?
- … dass jedes Jahr am 19. November der Welttoilettentag stattfindet? Seit 2001 erinnert dieser Tag daran, dass mehr als 40 Prozent der Menschen weltweit keinen Zugang zu ausreichenden sanitären Anlagen haben.
- … dass wir im Durchschnitt etwa drei Jahre unseres Lebens auf der Toilette verbringen?
- … dass das Wort „Toilette“ auf Französisch „kleines Tuch“ bedeutet? Früher versteckte man sich hinter einem solchen Tuch, wenn man sein Geschäft verrichtete.
- … dass Sir John Harington im Jahr 1596 das Wasserklosett erfand?
- … dass das Verletzungsrisiko auf Toiletten statistisch gesehen bei nur 1:10.000 liegt?
- … dass jeder Deutsche täglich im Schnitt rund 20 Blatt Toilettenpapier verbraucht – das entspricht etwa einem Kilometer pro Jahr?





