In drei von vier Schweizer Haushalten fließt hartes Leitungswasser – das ist kalkhaltiges Wasser, das viele Menschen mit Problemen wie verkalkten Armaturen, Plättli und Haushaltsgeräten verbinden. Regelmäßiges Entkalken gilt als Muss. Doch was ist wirklich dran an den Mythen rund um Wasser und Kalk? Hier räumen wir mit den häufigsten Missverständnissen auf.
Ist weiches Wasser gesünder?
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass weiches Wasser gesünder sei als kalkhaltiges. Tatsächlich braucht unser Körper Calcium, das natürlicherweise im kalkhaltigen Wasser vorkommt. Calcium ist essenziell für die Knochenstabilität und den Knochenaufbau – und das ein Leben lang. Besonders wichtig ist es für Kinder im Wachstum sowie für ältere Menschen und Frauen zur Vorbeugung von Osteoporose. Studien zeigen sogar, dass ein niedriger Kalkgehalt im Trinkwasser mit einem höheren Risiko für Herzinfarkte verbunden sein kann. Kalkhaltiges Wasser ist also keineswegs ungesund, sondern trägt zur Gesundheit bei.
Ist weiches Wasser hygienischer?
Auch die Vorstellung, dass weiches Wasser hygienischer sei, stimmt nicht. Im Gegenteil: In kalkarmem, weichem Wasser können sich Bakterien leichter vermehren, was schneller zu Verkeimungen führen kann. Kalkhaltiges Wasser wirkt hier sogar eher hemmend.
Duschen mit weichem Wasser – ist das angenehmer?
Manchmal fühlt sich der Wasserstrahl in der Dusche „zu hart“ an. Das liegt aber nicht am Kalkgehalt des Wassers, sondern meist an einem verkalkten Duschkopf. Die Düsen verengen sich durch Kalkablagerungen, was den Wasserdruck erhöht und den Strahl härter macht. Die Lösung: Duschbrause regelmäßig entkalken, dann wird der Wasserstrahl wieder weicher und angenehmer.
Schadet kalkhaltiges Wasser den Leitungen?
Ein weiterer Mythos ist, dass kalkhaltiges Wasser die Hausleitungen schädigt. Tatsächlich bildet der Kalk im Wasser eine Schutzschicht in den Rohren, die Korrosion durch Kohlensäure verhindert. Weiches Wasser hingegen kann aggressiv auf Metallteile wirken und Korrosion oder sogar „Lochfraß“ verursachen. Zudem können Schwermetalle wie Blei und Kupfer aus den Leitungen gelöst werden. Kalkhaltiges Wasser schützt also die Rohrleitungen besser als weiches.
Löst ein Wasserfilter alle Probleme?
Wasserfilter helfen, unerwünschte Stoffe im Wasser zu reduzieren, lösen aber nicht alle Probleme. Auch bei gefiltertem Wasser ist regelmäßiges Entkalken der Haushaltsgeräte wichtig, denn Wasserfilter, Wassertanks von Kaffeemaschinen oder Dampfgarern können schnell verkeimen. Wer regelmäßig entkalkt, entzieht den Keimen den Nährboden und sorgt so für eine entkeimende Wirkung.
Essig als Entkalker – ein Wundermittel?
Essig wird oft als günstiges Hausmittel gegen Kalk empfohlen. Doch Essig hat Nachteile: Er hinterlässt einen unangenehmen Geruch und kann an Geräten mit Kunststoffteilen haften bleiben. Die Essigsäure kann Weichmacher aus Kunststoff lösen und so Schäden verursachen. Außerdem dauert die Entkalkung mit Essig deutlich länger als mit speziellen Entkalkungsmitteln.
Reicht Zitronensäure zum Entkalken?
Zitronensäure gilt als beliebtes Entkalkungsmittel, doch auch hier gibt es einen Irrglauben. Bei der Entkalkung mit Zitronensäure können sich Niederschläge bilden, die eine unlösliche Schicht auf den Geräten hinterlassen. Diese Schicht versiegelt den Kalkbelag und macht ihn schwerer zu entfernen. Deutlich wirksamer und schneller sind professionelle Entkalker wie zum Beispiel Durgol.
Kalkhaltiges Wasser ist in der Schweiz weit verbreitet und keineswegs schädlich – weder für die Gesundheit noch für die Hausleitungen. Regelmäßiges Entkalken von Armaturen und Geräten ist sinnvoll, um Funktion und Hygiene zu erhalten. Dabei sollte man auf bewährte Entkalkungsmittel wie z.B. Durgol setzen und Hausmittel wie Essig oder Zitronensäure mit Vorsicht verwenden. So bleibt das Wasser genussvoll und die Technik langlebig.





