Die Frühlingssonne macht es deutlich sichtbar: Fenster, Böden und Oberflächen könnten eine gründliche Reinigung gut gebrauchen. In Drogeriemärkten finden Sie eine Vielzahl von Reinigungsprodukten – vom Hygienereiniger fürs Bad bis zum Powergel für die Küche. Doch Spezialreiniger, Desinfektionsmittel oder Produkte mit Bleichmitteln wie Chlor sind in Privathaushalten meist überflüssig und bieten keinen zusätzlichen hygienischen Nutzen.
Experten wie Kerstin Effers von der Verbraucherzentrale NRW weisen darauf hin, dass das Umweltbundesamt, das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Robert Koch-Institut den Einsatz von Desinfektionsmitteln zu Hause kritisch sehen. Sie warnen vor möglichen gesundheitlichen Risiken und Umweltbelastungen. Stattdessen gibt es einfache, effektive und preiswerte Alternativen für ein sauberes Zuhause.
Tenside als wirksame Keimkiller
Allzweckreiniger sind ausreichend, um Schmutz und Fett von Böden und glatten Oberflächen zu entfernen. Für hartnäckige Verschmutzungen auf kratzfesten Materialien eignen sich Putzsteine oder Wiener Kalk. Handspülmittel reinigt nicht nur Geschirr, sondern kann auch Küchenoberflächen und sogar als Ersatz für Allzweckreiniger genutzt werden. Die darin enthaltenen Tenside, also waschaktive Substanzen, sorgen bereits für eine gute Hygiene. Desinfektionsmittel sind nur dann sinnvoll, wenn sie bei bestimmten Erkrankungen vom Arzt empfohlen werden.
Allzweckreiniger für Griffe, Lichtschalter und Mülleimer
Oft werden Kühlschrank und Vorratsregal beim Putzen vergessen, obwohl sie alle ein bis zwei Monate eine Reinigung mit Wasser und Allzweckreiniger benötigen. Um die Bildung von Bakterien und Schimmel im Abfalleimer zu verhindern, ist häufiges Leeren und regelmäßiges Ab- und Auswischen wichtig. Auch Lichtschalter, Türklinken, Schranktüren und Handläufe lassen sich mit Wasser und Allzweckreiniger hygienisch sauber halten.
Säure gegen Kalk und Urinstein
Essigreiniger oder Zitronensäure helfen gegen Kalkablagerungen in Bad und Küche sowie gegen hartnäckigen Urinstein im WC. Diese Mittel sind jedoch für säureempfindliche Oberflächen wie Marmor oder Naturstein nicht geeignet. Da Putzmittelsprays die Atemwege reizen können, ist es besser, das Mittel direkt auf den Schwamm zu sprühen und dann zu verteilen. No-Name-Produkte sind dabei meist genauso effektiv wie Markenprodukte.
Natron statt Duftspray
Raumdüfte und Sprays belasten die Luft mit zusätzlichen Chemikalien und können bei Allergien oder Asthma zu Beschwerden wie Hustenreiz oder tränenden Augen führen. Besser ist es, die Ursache unangenehmer Gerüche zu beseitigen und gründlich zu lüften. Natron ist ein unbedenkliches Hausmittel gegen Gerüche. Ein Schälchen Natron in Schuhen oder Kühlschränken kann hartnäckige Gerüche reduzieren.
Für streifenfreie Fenster und Spiegel reichen Wasser, ein Tropfen Spülmittel, ein Abzieher und ein fusselfreies, trockenes Tuch zum Nachpolieren. Zu viel Putzmittel im Wasser führt oft zu Schlieren auf der Glasscheibe.
Ein hygienisch sauberes Zuhause erfordert keine teuren Spezialreiniger oder Desinfektionsmittel. Mit einfachen Mitteln wie Allzweckreiniger, Handspülmittel, Essig oder Natron lassen sich Sauberkeit und Hygiene effektiv und umweltfreundlich erreichen. Regelmässiges Lüften und das Vermeiden unnötiger Chemikalien tragen zusätzlich zu einem gesunden Wohnklima bei.
Weitere Tipps zum umweltfreundlichen Putzen gibt’s online unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/12742



